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Gedanken &Einblicke.

"Problemhunde"

Kein Hund würde sich selbst als Problemhund bezeichnen

5. April 2026

problemhund

"Kein Hund würde sich selbst jemals als Problemhund bezeichnen."
Das war für mich der einprägsamste Satz aus einem Webinar, das ich mir angesehen habe.

Und es trifft den Nagel auf den Kopf. Ein Hund sieht sein Verhalten nicht als Problem, sondern als Lösung. Jedes Verhalten, egal wie anstrengend es für uns ist, hat für ihn in diesem Moment einen Sinn. Wenn er in der Vergangenheit mit einem bestimmten Verhalten Erfolg hatte, um eine Situation zu bewältigen, wird er genau das wieder abrufen. Er greift einfach auf die Strategie zurück, die ihn schon mal gerettet hat.

Wenn wir also verstehen wollen, warum ein Hund tut, was er tut, müssen wir aufhören, nur auf das Verhalten selbst zu starren. Wir müssen uns den ganzen Kontext ansehen. Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum. Es wird durch Genetik, die individuelle Lerngeschichte, den Gesundheitszustand oder auch die Qualität der Sozialisierung geformt.

Ein riesiger Faktor ist auch die neurobiologische Stressverarbeitung. Bei Martin sehe ich das extrem deutlich. Durch die Schäden seiner Vergiftung und auch aufgrund von körperlichen Beschwerden kann er sich selbst einfach nicht mehr gut regulieren. Sein Nervensystem schlägt viel schneller Alarm und er ist sofort drüber. Sein oft anstrengendes Verhalten ist absolut kein böser Wille. Es ist seine Art, mit einem völlig überlasteten System umzugehen.

Wenn wir anfangen, das Verhalten als den Versuch unseres Hundes zu sehen, eine Situation irgendwie zu überstehen, ändert das unseren ganzen Blickwinkel. Wir kämpfen nicht mehr gegen einen Problemhund, sondern helfen unserem Partner, eine bessere Strategie zu finden.

Alles Liebe,
Laura

Hundebegegnung

„Die klären das unter sich“ – Warum dieser Satz ein gefährlicher Irrtum ist

7. März 2026

Hundebegegnung

Wir alle kennen diesen Moment auf der Hundewiese: Zwei Hunde begegnen sich, die Stimmung kippt, die Körper werden steif. Und dann fällt er, der berühmte Satz von der Parkbank: „Alles gut, die klären das schon unter sich.“

Klar, schön wärs. Und so einfach. Aber die Wahrheit ist: Meistens klären sie gar nichts. Oder zumindest nicht so, wie wir uns das wünschen.

Besonders ein Aspekt wird dabei oft vergessen: Viele unserer heutigen Hunderassen sprechen gar nicht mehr dieselbe Sprache.

Hunde kommunizieren extrem fein über Körpersprache. Ein Zucken im Mundwinkel, das Anlegen der Ohren, die Rutenhaltung. Das Problem? Wir Menschen haben Hunderassen so gezüchtet, dass diese Signale oft gar nicht mehr lesbar sind.

Stell dir vor, du versuchst dich mit jemandem zu unterhalten, dessen Sprache du nicht verstehst und ihr dürft eure Hände nicht benutzen. Missverständnisse sind somit quasi vorprogrammiert.

Ein paar Beispiele aus der Praxis:

  • Der „Starrende“ (z.B. Mops, Französische Bulldogge): Durch die kurze Schnauze und die großen Augen wirkt ihr Gesicht oft frontal und starr. Für einen sensiblen Hütehund sieht das aus wie eine dauerhafte Drohung („Der fixiert mich!“). Dazu kommt das Röcheln, das leicht als Knurren missverstanden wird. Der Mops will nur Hallo sagen, der andere Hund fühlt sich bedroht.
  • Der „Bürsten-Träger“ (Ridgeback): Der Ridge auf dem Rücken sieht für andere Hunde oft aus wie aufgestelltes Fell – ein Zeichen für Erregung oder Aggression. Dabei ist er einfach anatomisch da.
  • Der „Gesichtslose“ (Bobtail, Briard): Wenn viel Fell vor den Augen hängt, fehlt dem Gegenüber der Blickkontakt. Ohne Augen keine Kommunikation.
  • Der „Schwanzlose“ (Aussie, Dobermann): Wenn die Rute fehlt oder extrem kurz kupiert ist, fällt ein riesiger Teil der Stimmungsbarometer weg. Wedelt er? Ist er unsicher? Der andere Hund sieht es schlichtweg nicht.

Warum „klären lassen“ unfair ist Wenn wir zwei Hunde, die sich anatomisch gar nicht lesen können, einfach „machen lassen“, zwingen wir sie in eine Konfliktsituation. Der eine sendet Signale, die der andere nicht sieht. Der andere reagiert „falsch“. Die Frustration steigt. Und zack – knallt es.

„Klären“ bedeutet in der Hundewelt oft: Der Stärkere deckelt den Schwächeren. Oder der Unsichere lernt: „Mein Mensch hilft mir nicht, ich muss also beißen, um mir den anderen vom Hals zu halten.“

Mein Fazit: Sei der Dolmetscher Es ist nicht die Schuld des Mopses, dass er röchelt, und nicht die Schuld des Schäferhundes, dass er das gruselig findet. Aber es ist unsere Aufgabe, das zu erkennen.

Souveräne Führung heißt hier: Hinschauen. Wenn du merkst, dass die Kommunikation aufgrund der Optik oder Rasse nicht funktioniert – geh dazwischen. Hilf deinem Hund raus. Sei sein sicherer Hafen.

Denn echte Sozialkompetenz beweisen nicht die Hunde, die sich prügeln müssen, sondern die Menschen, die es gar nicht erst so weit kommen lassen.

Alles Liebe,
Laura

Erster Beitrag

Willkommen bei CARUSODOGS — Warum diese Seite noch eine Baustelle ist

14. Februar 2026

Laura und Martin

Herzlich willkommen auf meiner neuen Website!

Aktuell findest du mich vor allem auf Instagram und TikTok, wo ich meinen Alltag mit Martin und meine Ausbildung zur Hundetrainerin dokumentiere.

Diese Seite hier wächst genau wie mein Wissen: Schritt für Schritt. In Zukunft werde ich hier ausführlichere Gedanken teilen, die in eine Instagram-Caption einfach nicht reinpassen. Themen wie:

  • Warum Ruhe wichtiger ist als Auslastung
  • Wie Martin und ich die Kurve gekriegt haben
  • Tipps für den Alltag im Münsterland

Bis dahin freue ich mich, wenn du mir auf Social Media folgst und wir uns dort austauschen!

Alles Liebe,
Laura

Mehr davon?

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