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3. Mai 2026

Wir leben in einer Zeit, in der uns ständig suggeriert wird, dass alles optimiert werden muss - auch im Zusammenleben mit unseren Hunden. Gerade in den sozialen Medien sehen wir oft nur die Hunde, die überall entspannt unter dem Tisch liegen, jeden Artgenossen freudig begrüßen und in jeder Situation perfekt funktionieren. Kaum wird die wirkliche Realität geteilt. Das erzeugt einen enormen Druck, natürlich auch bei mir. Wir fangen an, unsere eigenen Hunde mit diesen Bildern zu vergleichen und versuchen oft auf Biegen und Brechen, sie in eine bestimmte Form zu pressen, die gar nicht zu ihrem Wesen passt.
Martin hat mir in den letzten Jahren sehr deutlich gezeigt, dass das auf Dauer einfach nicht funktioniert. Wir müssen verstehen, dass grundlegende Charakterzüge sich nicht einfach wegtrainieren lassen. Ein Hund, der genetisch bedingt oder aufgrund seiner Geschichte eine hohe Individualdistanz braucht oder bei fremden Menschen unsicher ist, wird vielleicht nie der Typ für die überfüllte Innenstadt oder die Hundewiese sein. Je mehr wir uns auf ein vermeintliches Problem fixieren, desto mehr Raum nimmt es in unserem Alltag ein. Irgendwann besteht die ganze Beziehung nur noch aus Trainingseinheiten und gegenseitigem Frust.
Dabei ist es völlig okay und absolut normal, einen Hund zu haben, der Ecken und Kanten hat. Es ist in Ordnung, wenn dein Hund nicht überall hingehen kann, weil es ihn schlichtweg überfordert. Es ist okay, wenn er seine Zeit braucht, um Menschen zu vertrauen, oder wenn er nicht mit jedem Hund klar kommt. Jeder Hund ist ein guter Hund, auch wenn er “Macken und Fehler” hat.
Verantwortungsvolle Hundehaltung bedeutet nämlich auch, seinen Hund wirklich zu kennen, seine Trigger zu respektieren und ihn souverän durch den Alltag zu führen. Wenn ich weiß, dass mein Hund eine Situation nicht managen kann, ist es meine Aufgabe, ihn und andere zu schützen, indem ich ihn gar nicht erst in diese Lage bringe. Akzeptanz ist dabei das Stichwort. Wenn wir anfangen zu akzeptieren, wer unser Hund wirklich ist und wo seine Grenzen liegen, nehmen wir im Alltag extrem viel Druck raus. Auf beiden Seiten. Wir hören auf, gegen das Wesen unseres Hundes zu kämpfen, und fangen an, gemeinsam mit ihm als Team zu arbeiten. Training wird dann nicht mehr zum Zwang, sondern zu einem Weg, auf dem wir dem Hund die Sicherheit geben, die er braucht.
Am Ende zählt, dass dein Hund dir vertraut und gerne bei dir ist, weil er weiß, dass du seine Bedürfnisse verstehst und die Verantwortung für ihn übernimmst. Lasst uns die Realität wieder vor die Perfektion stellen und unseren Hunden erlauben, einfach Lebewesen mit Charakter zu sein - so wie wir.
Alles Liebe,
Laura
5. April 2026

"Kein Hund würde sich selbst jemals als Problemhund bezeichnen."
Das war für mich der einprägsamste Satz aus einem Webinar, das ich mir angesehen habe.
Und es trifft den Nagel auf den Kopf. Ein Hund sieht sein Verhalten nicht als Problem, sondern als Lösung. Jedes Verhalten, egal wie anstrengend es für uns ist, hat für ihn in diesem Moment einen Sinn. Wenn er in der Vergangenheit mit einem bestimmten Verhalten Erfolg hatte, um eine Situation zu bewältigen, wird er genau das wieder abrufen. Er greift einfach auf die Strategie zurück, die ihn schon mal gerettet hat.
Wenn wir also verstehen wollen, warum ein Hund tut, was er tut, müssen wir aufhören, nur auf das Verhalten selbst zu starren. Wir müssen uns den ganzen Kontext ansehen. Verhalten entsteht nicht im luftleeren Raum. Es wird durch Genetik, die individuelle Lerngeschichte, den Gesundheitszustand oder auch die Qualität der Sozialisierung geformt.
Ein riesiger Faktor ist auch die neurobiologische Stressverarbeitung. Bei Martin sehe ich das extrem deutlich. Durch die Schäden seiner Vergiftung und auch aufgrund von körperlichen Beschwerden kann er sich selbst einfach nicht mehr gut regulieren. Sein Nervensystem schlägt viel schneller Alarm und er ist sofort drüber. Sein oft anstrengendes Verhalten ist absolut kein böser Wille. Es ist seine Art, mit einem völlig überlasteten System umzugehen.
Wenn wir anfangen, das Verhalten als den Versuch unseres Hundes zu sehen, eine Situation irgendwie zu überstehen, ändert das unseren ganzen Blickwinkel. Wir kämpfen nicht mehr gegen einen Problemhund, sondern helfen unserem Partner, eine bessere Strategie zu finden.
Alles Liebe,
Laura
7. März 2026

Wir alle kennen diesen Moment auf der Hundewiese: Zwei Hunde begegnen sich, die Stimmung kippt, die Körper werden steif. Und dann fällt er, der berühmte Satz von der Parkbank: „Alles gut, die klären das schon unter sich.“
Klar, schön wärs. Und so einfach. Aber die Wahrheit ist: Meistens klären sie gar nichts. Oder zumindest nicht so, wie wir uns das wünschen.
Besonders ein Aspekt wird dabei oft vergessen: Viele unserer heutigen Hunderassen sprechen gar nicht mehr dieselbe Sprache.
Hunde kommunizieren extrem fein über Körpersprache. Ein Zucken im Mundwinkel, das Anlegen der Ohren, die Rutenhaltung. Das Problem? Wir Menschen haben Hunderassen so gezüchtet, dass diese Signale oft gar nicht mehr lesbar sind.
Stell dir vor, du versuchst dich mit jemandem zu unterhalten, dessen Sprache du nicht verstehst und ihr dürft eure Hände nicht benutzen. Missverständnisse sind somit quasi vorprogrammiert.
Ein paar Beispiele aus der Praxis:
Warum „klären lassen“ unfair ist Wenn wir zwei Hunde, die sich anatomisch gar nicht lesen können, einfach „machen lassen“, zwingen wir sie in eine Konfliktsituation. Der eine sendet Signale, die der andere nicht sieht. Der andere reagiert „falsch“. Die Frustration steigt. Und zack – knallt es.
„Klären“ bedeutet in der Hundewelt oft: Der Stärkere deckelt den Schwächeren. Oder der Unsichere lernt: „Mein Mensch hilft mir nicht, ich muss also beißen, um mir den anderen vom Hals zu halten.“
Mein Fazit: Sei der Dolmetscher Es ist nicht die Schuld des Mopses, dass er röchelt, und nicht die Schuld des Schäferhundes, dass er das gruselig findet. Aber es ist unsere Aufgabe, das zu erkennen.
Souveräne Führung heißt hier: Hinschauen. Wenn du merkst, dass die Kommunikation aufgrund der Optik oder Rasse nicht funktioniert – geh dazwischen. Hilf deinem Hund raus. Sei sein sicherer Hafen.
Denn echte Sozialkompetenz beweisen nicht die Hunde, die sich prügeln müssen, sondern die Menschen, die es gar nicht erst so weit kommen lassen.
Alles Liebe,
Laura
14. Februar 2026

Herzlich willkommen auf meiner neuen Website!
Aktuell findest du mich vor allem auf Instagram und TikTok, wo ich meinen Alltag mit Martin und meine Ausbildung zur Hundetrainerin dokumentiere.
Diese Seite hier wächst genau wie mein Wissen: Schritt für Schritt. In Zukunft werde ich hier ausführlichere Gedanken teilen, die in eine Instagram-Caption einfach nicht reinpassen. Themen wie:
Bis dahin freue ich mich, wenn du mir auf Social Media folgst und wir uns dort austauschen!
Alles Liebe,
Laura